Häusliche Intensivpflege

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Häusliche Intensivpflege

Kürzel

HIP I

Dauer/Laufzeit

November 2012 - Mai 2014

Leitung/Bearbeitung

Prof. Dr. Michael Ewers/Dr. Yvonne Lehmann

Förderung

Eigenmittel

Kurzbeschreibung

Seit den 1990er Jahren etablieren sich in Deutschland zunehmend häusliche Intensivpflegedienste. Ihr zentrales Betätigungsfeld liegt in der Pflege und Betreuung von beatmeten und weiteren Patienten mit technikintensivem Unterstützungsbedarf. Die Erweiterung der therapeutisch-technischen Möglichkeiten und die zunehmende Differenzierung der Versorgungsstrukturen lässt eine wachsende Zahl dieser Patienten erwarten. Da diese insbesondere pflegerisch betreut und begleitet werden, ist eine pflegewissenschaftliche Auseinandersetzung angezeigt.

Das Projekt zur häuslichen Intensivpflege besteht aus zwei Teiluntersuchungen:

Teilprojekt 1: Wege invasiv beatmeter Patienten in die häusliche Intensivpflege

Tragfähige, qualitativ hochwerte und sichere spezialisierte ambulante Versorgung für invasiv beatmete, i. d. R. schwerstkranke und in ihrer Entscheidungsfähigkeit häufig eingeschränkte Patienten zu schaffen, ist dringend notwendig. Gleichwohl sind zahlreiche Fragestellungen unbeantwortet, insbesondere in Bezug auf die Gestaltung von Versorgungsprozessen. Diese stehen im Fokus dieses Teilprojekts.
Im Rahmen einer qualitativ-empirischen Untersuchung wird gefragt, wie der Zugangsprozess invasiv beatmeter Patienten in die häusliche Intensivpflege gestaltet wird und welche Herausforderungen sich dabei für die beteiligten Akteure ergeben.

Methodisch wird zur Beantwortung dieser Frage ein explorierendes Vorgehen genutzt. Es werden 12 leitfadengestützte Interviews mit leitenden und mit für die Pflegeüberleitung zuständigen Mitarbeitern von in der Beatmungspflege tätigen Intensivpflegediensten geführt.

Die Interviews werden inhaltsanalytisch ausgewertet und berichtsförmig aufbereitet, um auf diese Weise einen Beitrag zur pflegewissenschaftlichen Versorgungsforschung für Menschen mit technikintensivem Unterstützungsbedarf in ihrem persönlichen Lebensumfeld zu leisten.

Teilprojekt 2: Aufgaben und Qualifikationsanforderungen in der häuslichen Intensivpflege


Pflegefachpersonen übernehmen in der häuslichen Intensivpflege Versorgungsaufgaben, die von der Information, Beratung und Anleitung über die körpernahe pflegerische Unterstützung und die Sicherstellung vitaler Funktionen mit anspruchsvollen technikintensiven Therapien bis hin zur Steuerung und Koordination komplexer Versorgungsverläufe im arztfreien häuslichen Setting reichen. Was dabei aber genau ihre konkreten Aufgaben in der täglichen Praxis sind, welchen Herausforderungen sie begegnen und welche Qualifikationsanforderungen sich daraus ergeben, ist im deutschsprachigen Raum bislang nicht erforscht worden. Hier setzt diese qualitativ-empirische, explorierende Untersuchung an. Mit ihr sollen erste Erkenntnisse zu den Aufgaben von und den Qualifikationsanforderungen an Pflegefachpersonen gewonnen werden, die in der häuslichen Intensivpflege tätig sind.

Methodisch werden dazu ca. 15 Pflegefachpersonen leitfadengestützt interviewt, die eine Fachweiterbildung "Intensivpflege und Anästhesie" oder einer Weiterbildung "Beatmungspflege" (gemäß den DIGAB-Vorgaben) abgeschlossen haben und in der häuslichen In-tensivpflege invasiv beatmeter erwachsener Patienten tätig sind. Die Interviews werden inhaltsanalytisch ausgewertet.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen eine Orientierungshilfe für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pflegefachpersonen sowie eine Grundlage für weiterführende Studien zur Berufsbildungsforschung in der Pflege und Therapie von Menschen mit technikintensivem Unterstützungsbedarf in der häuslichen Versorgung bieten.