Information mangelernährter onkologischer Patienten

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Information mangelernährter onkologischer Patienten

Laufzeit

2010-2011

Leitung/Bearbeitung

Prof. Dr. Michael Ewers MPH/Daniel Buchholz MPH - Dipl.- Oecotrophologe

Projektbeschreibung

Onkologische Erkrankungen gehen häufig mit dem Phänomen der Mangelernährung einher – mit weitreichenden Folgen für die Durchführung und den Erfolg der therapeutischen Bemühungen wie auch für die individuelle Lebensqualität der Patienten. Zwar gibt es inzwischen zahlreiche ernährungstherapeutische Ansätze, um der Mangelernährung zu begegnen. Darüber hinaus bemühen sich verschiedene Disziplinen und Organisationen um eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema, was sich auch bereits in der Entwicklung von Therapieempfehlungen und Handlungsleitlinien niederschlagen hat. In großer Übereinstimmung wird darin eine frühzeitige Information und Beratung der Patienten und ihrer Angehörigen über die Möglichkeiten zum individuellen Ausgleich der krankheits- und/oder therapiebedingten Mangelerscheinungen gefordert. Gemessen an der hierzulande nach wie vor hohen Prävalenz der Mangelernährung bei onkologischen Patienten scheint aber gerade die Umsetzung dieser auf den ersten Blick schlicht anmutenden Forderung besondere Probleme aufzuwerfen – eben diese stehen im Zentrum dieses Forschungsvorhabens.

Im deutschen Gesundheitssystem ist es eine ärztliche Aufgabe, die Patienten frühzeitig im Krankheitsverlauf über die bestehenden ernährungstherapeutischen Optionen zu informieren und ihnen Zugang zu bedarfsgerechten Unterstützungsangeboten zu gewähren. Folglich wird in diesem Projekt gefragt, welcher Stellenwert dem Ernährungsthema von Seiten der behandelnden Ärzte eingeräumt wird, auf welcher Grundlage und in welcher Form sie die Patienteninformation konkret durchführen und auf welche Weise Entscheidungen über mögliche ernährungstherapeutische Interventionen herbeigeführt werden.

Ziel ist es, Erkenntnisse über die ärztliche Patienteninformation im Umgang mit dem Thema Mangelernährung aus Sicht der beteiligten Personen zu gewinnen und auf diese Weise zu einer bedarfsgerechten Konzeptualisierung und Gestaltung der ärztlichen Patienteninformation beizutragen. Darüber hinaus können die Ergebnisse dieser Untersuchung für die Gestaltung von zielgerichteten Qualifizierungsangeboten für Ärzte herangezogen und nutzbar gemacht werden.