Kompetenznetz "Health Professions Education"

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Kompetenznetz "Health Professions Education"

Laufzeit

2010 begonnenes Langzeitprojekt

Leitung/Bearbeitung

Prof. Dr. Michael Ewers MPH und Mitarbeiter

Projektbeschreibung

In Deutschland ist derzeit mit Blick auf die Rekrutierung und Qualifizierung der Gesundheitsberufe eine ausgeprägte Diskussionsbereitschaft und Experimentierfreude zu registrieren. In verschiedenen, meist disziplinär getrennten Foren, werden aktuelle Herausforderungen für die diversen Gesundheitsberufe diskutiert und Perspektiven für die Beantwortung des unbestrittenen Anforderungswandels in der Versorgungspraxis entwickelt – oftmals bereits in Form international vergleichender Initiativen. Während dabei der Bologna-Prozess und ähnliche bildungs- und hochschulpolitische Initiativen von den nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen vornehmlich als Chance wahrgenommen und für die Neugestaltung genutzt werden, betont die Medizin eher die Risiken für das bislang Erreichte. Noch vergleichsweise selten aber wird die Frage aufgeworfen, wie die drängenden Bildungsherausforderungen in den Gesundheitsberufen in einem größeren Zusammenhang betrachtet, vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse zu diesem Thema gebündelt, neue Forschungsfragen systematisch und disziplinenübergreifend angegangen und die so gewonnenen Einsichten in Richtung auf einen Masterplan für die künftige Rekrutierung und Qualifizierung der Gesundheitsberufe weiterentwickelt werden können. Eben dieser Fragestel­lung soll in diesem Projekt gefolgt werden.

Ziel ist es, ein bundesweites Kompetenznetz "Health Professions Education" aufzubauen, das die mehr oder weniger unterschiedlichen Wissens- und Erfahrungsstände zu diesem Themenkomplex bündeln und zur systematischen Erweiterung des Wissensstandes über die Rekrutierung und Qualifizierung der Gesundheitsberufe beitragen soll. Hierzu werden in einem ersten Arbeitsschritt herausragende Akteure in Forschung und Entwicklung identifiziert und zusammengeführt, um über Möglichkeiten einer zukunftsfähigen und bedarfsgerechten Rekrutierung und Qualifizierung der Gesundheitsberufe zu beraten. Sodann soll im Planungszeitraum der Diskurs mit Entscheidungsträgern in Politik und Gesundheitswirtschaft gesucht, offene Fragen und Forschungsdesiderate identifiziert sowie Vorbereitungen für künftige multidisziplinäre Forschungsaktivitäten geschaffen werden. Eine erste Bündelung der Aktivitäten soll in Form eines wissenschaftlichen Symposiums zu Beginn des Jahres 2011 erfolgen. Dieses Symposium wird im Rahmen des Projektes geplant und vorbereitet.

Im Ergebnis soll ein Kompetenznetzwerk entstehen, das sich in der Lage sieht, an bundes- und europaweiten Fördermaßnahmen zu partizipieren und – in Anlehnung an internationale Vorbilder – nachhaltige Strukturen für eine zukunftsfähige Auseinandersetzung mit Fragen der Rekrutierung und Qualifizierung der Gesundheitsberufe zu entwickeln. Nicht zuletzt wird von dieser Initiative eine bessere Koordinierung wichtiger (inter)na­tionaler Akteure in diesem Themengebiet erwartet. Relevante Teilergebnisse werden unregelmäßig in Form von Vorträgen und Publikationen aufbereitet und öffentlich gemacht.