Selbstmanagementförderung im Kontext von Mental Health

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Selbstmanagementförderung im Kontext von Mental Health

Laufzeit

2010-2012

Leitung/Bearbeitung

Prof. Dr. Michael Ewers MPH/Frank Rosenbach Dipl.-Soziologe

Projektbeschreibung

Die Förderung von Selbstmanagement-Kompetenzen zur Bewältigung der Folgen chronischer Erkrankungen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Vor allem für den Bereich der somatischen Erkrankungen lassen sich ein breiter wissenschaftlicher Diskurs sowie eine relativ gute empirische Datenlage zu diesem Thema ausmachen. Vergleichsweise weniger diskutiert und angewendet werden Konzepte der Selbstmanagement-Förderung hingegen bei der Bewältigung mentaler Gesundheitsprobleme. Dabei wäre nicht nur aus epidemiologischen Gründen angezeigt, diese Lücke zu schließen Auch aus konzeptionellen Überlegungen stellen sich interessante Fragen, wie etwa die nach den Möglichkeiten und Grenzen von Selbstmanagement-Förderung bei mentalen Gesundheitsproblemen. Klärungsbedürftig wäre etwa, wie Menschen beim Management ihres eigenen Befindens unterstützt werden können, wenn sie phasenweise in ihrem Krankheitsbewusstsein eingeschränkt sind, ihre Selbstwirksamkeitserwartung gering ausgeprägt ist oder kognitive Störungen die sinnvolle Verarbeitung von Informationen erschweren.

Vor diesem Hintergrund wird in dem Projekt der Frage nachgegangen, worin sich der Selbstmanagement-Ansatz von etablierten Konzepten der Stärkung der Patientenautonomie im Bereich der mentalen Gesundheit unterscheidet (z.B. dem Empowerment-Ansatz) und welchen Beitrag die Selbstmanagement-Debatte für die Entwicklung von Lösungen bei der Bewältigung mentaler Gesundheitsprobleme leisten kann.

Zur Beantwortung dieser Fragestellung wird der aktuelle Stand der Forschungsliteratur diskurs- und konzeptanalytisch aufbereitet und die Ergebnisse in Form eines Discussion-Papers verdichtet. Darauf aufbauend wird eine empirische Untersuchung konzeptualisiert und vorbereitet, die sich mit der Umsetzung von Programmen der Selbstmanagement-Förderung in der Versorgung von Menschen mit ausgewählten mentalen Gesundheitsproblemen beschäftigen wird. Die Durchführung der empirischen Untersuchung ist für den Planungszeitraum 2011-2012 vorgesehen. Die Arbeitsergebnisse sollen schließlich zusammengeführt und vor einem theoretischen Hintergrund analysiert werden.

Übergeordnetes Ziel ist es, die konzeptionellen Überlegungen und empirischen Befunde zur Selbstmanagement-Förderung auf ihre Anschlussfähigkeit und Anwendbarkeit auf den Bereich der mentalen Gesundheit hin zu überprüfen und für die edukative Beantwortung eines drängender werdenden Gesundheitsproblems nutzbar zu machen.