Testing the CLES+T in clinical nursing education

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Klinische Lernumgebung und Praxisbegleitung in der Pflegeausbildung: Erprobung und Testung einer deutschen Version der Clinical Learning Environment Supervsion Scale (CLES+T)

Laufzeit

Juli 2010 – Januar 2012 (fortlaufend)

Leitung / Bearbeitung

Dr. Manuela Bergjan

Förderung

Eigenmittelprojekt

Projektpartner

Hedwig Francois-Kettner, Pflegedirektion CharitéUniversitätsmedizin Berlin
Dr. Marianne Rabe, Gesundheitsakademie CharitéUniversitätsmedizin Berlin

Projektbeschreibung

Der klinisch-praktischen Ausbildung von Pflegenden wurde in Deutschland in Wissenschaft und Praxis lange Zeit wenig Aufmerksamkeit zuteil. Zuweilen konnte der Eindruck entstehen, als handle es sich dabei lediglich um einen mehr oder weniger formalisierten "Appendix der Pflegeausbildung". Zwischenzeitlich scheint sich dies zu verändern – nicht zuletzt angestoßen durch einschlägige Modellvorhaben, rechtliche Neuordnungen sowie durch Bestrebungen zur akademischen Primärqualifizierung von Pflegenden.

Im Zuge dieser Entwicklungen erfahren sowohl Fragen der Qualifizierung von so genannten Praxisanleitern als auch die Entwicklung praxistauglicher Instrumente für die Anleitung von Lernenden in klinischen Settings wachsende Aufmerksamkeit. Die Bedeutung der klinischen Lernumgebung und deren Einfluss auf die Kompetenzentwicklung auf Seiten der Lernenden ist hingegen noch kaum ins Blickfeld gerückt. Folglich findet sich wenig empirisches Datenmaterial mit entsprechender Aussagekraft. Um dem zu begegnen, die Aussagekraft von Evaluationsergebnissen zur klinischen Pflegeausbildung zu erhöhen, eine Vergleichbarkeit von Daten zu ermöglichen und letztlich Innovationen in der klinischen Pflegeausbildung anzustoßen, bedarf es nicht zuletzt wissenschaftlich überprüfter Evaluationsinstrumente.

Für die Auswahl eines geeigneten Erhebungsinstruments wurde im Vorfeld der empirischen Untersuchung eine Analyse ausgewählter, international vorliegender Befragungskonzepte vorgenommen. Mit der aus Finnland stammenden "Clinical Learning Environment and Supervsion and Nurse Teacher Scale" (CLES+T / Saarikoski et al. 2008) liegt ein solches Instrument vor, das mehrfach erfolgreich auf seine statistische Güte und seine theoretische Fundierung hin untersucht wurde und sich insofern als interessanter Anknüpfungspunkt erwies.

Ziel des inzwischen abgeschlossenen Projekts war es, dieses Instrument unter bundesdeutschen Bedingungen zu erproben. Dabei wurde der Frage nachgegangen, ob sich die CLES+T auf die hierzulande übliche Ausbildungssituation übertragen lässt. Zu diesem Zweck wurde eine Übersetzung und Rückübersetzung des Befragungskonzepts vorgenommen und ein Datenschutzvotum eingeholt. Die Erhebung fand im ersten Quartal 2011 am Lernort Schule mit Genehmigung der Akademieleitung, der pflegerischen Leitungen der Einrichtungen sowie der Personalvertretung der CharitéUniversitätsmedizin Berlin statt. Befragt wurden Lernende der Gesundheits- und Krankenpflege/ Kinderkrankenpflege unterschiedlicher Ausbildungsstufen (N=240) im Anschluss an ihre praktischen Einsätze in Versorgungseinrichtungen der Maximal- und Regelversorgung zur klinischen Lernumgebung und Lernbegleitung unter Verwendung einer deutschsprachigen Version des CLES+T befragt. Bei der Auswahl der befragten Kurse wurde zudem auf eine breite Fächerung der klinischen Einsatzorte geachtet. Die psychometrische Überprüfung der CLES+T erfolgte an 178 Datensätzen, unterstützt durch das Statistikprogramm SPSS 19, entsprechend ausgewählter Methoden der klassischen Testtheorie und in Anlehnung an gewählte Verfahren der Entwickler der CLES+T.

Im Ergebnis konnte die Übertragbarkeit aller Subkategorien des Befragungskonzepts CLES+T für eine klinische Einrichtung der Maximalversorgung in Deutschland nachgewiesen werden, mit Ausnahme der Subkategorie "Qualität der Lernbegleitung (durch Lehrende). Die Werte zur Validität und Reliabilität der anderen vier Subkategorien lagen gleich oder über denen der internationalen Vergleichstudien und belegen so eine Verlässlichkeit des Instrumenteneinsatzes auch für die noch überwiegend nicht akademisch aufgestellte deutsche Pflegeausbildung. Als "strongest factor" (stärkste Subkategorie) erwies sich die "Qualität der Anleitung".

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem Instrument in der Pilotphase hat die Charité sich dazu entschlossen, ab dem 2. Quartal 2012 vierteljährlich intranetbasierte Befragungen mit der CLES+T durchzuführen. Die routinemäßig erhobenen Daten sollen die Grundlage für eine systematische Identifizierung hemmender und fördernder Faktoren der klinischen Lernumgebung aus Schülerperspektive bilden und der Ableitung und Steuerung struktureller und pflegepädagogischer Interventionen in der praktischen Ausbildung von Pflegenden dienen. Über die Charité  hinaus sind Erhebungen in weiteren Versorgungs- und Bildungssettings in Planung, um den verlässlichen Transfer des Befragungskonzepts in die deutsche Pflegeausbildung weiter voran zu treiben.

Publikationen

Hertel F, Bergjan M. (2015): Schulstation als "Capstone" der Pflegeausbildung – Evaluation einer besonderen klinischen Lernumgebung. In: Arens F. (Hg.) Praxisbegleitung in der beruflichen und akademischen Pflegeausbildung. Berlin: Wissenschaftlicher Verlag Berlin (wvb), 224-245

Bergjan M., Hertel F. (2012): Evaluation der klinischen Lernumgebung und Praxisanleitung aus Lernerperspektive – Qualitätsentwicklungsinstrumente der klinischen Pflegeausbildungspraxis auf dem Prüfstand. Abschlussbericht 01/2012

Bergjan M. (2011): Die Clinical Learning Environment Scale – Klinische Lernumgebung evaluieren. Pflegezeitschrift 07/2011, 426-429

Saarikoski M., Isoao H., Warne T., Leino-Kilpi H. (2008) The nurse teacher in clinical practice: Developing the new subdimension to the clinical learning environment and supervision (CLES) scale. International Journal of Nursing Studies 45: 1233 -1237.

Vorträge

Bergjan M. (2016): Nursing students' experiences of the clinical learning environment in mental health care and acute care: A questionnaire study using the CLESplusT evaluation scale. Ankündigung: CLESplusT Symposium in Helsinki am 29./30.08.2016

Bergjan M, Zitelmann E. (2014): Evaluation of clinical placements in nursing education - the qualification of the clinical preceptors on the bench. CLESplusT Symposium in Alicante am 05. bis 07.11.2014

Zitelmann E, Bergjan M. (2013): Evaluation klinischer Ausbildungsphasen in der Pflegeausbildung - die klinische Betreuungsrolle auf dem Prüfstand. Hochschultage der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft in Bielefeld am 27.11.2013

Bergjan M. (2013): Evaluation klinischer Ausbildungs- und Studienphasen - ein Befragungskonzept  in der Diskussion. Symposium Klinische Kompetenzentwicklung in Berlin am 08.03.2013

Bergjan M. (2012): Clinical learning environment and supervision in nursing education. Testing the "Clinical Learning Environment Supervision Scale" (CLES+T) in the German context. CLESplusT Symposium in Stockholm am 23. und 24.08.2012

Bergjan M, Hertel F. (2011): Empfehlungen zur Einführung des Befragungskonzepts der Clinical Learning Environment and Supervision Scale (CLES+T): Ergebnispräsentation: Charité – Universitätsklinikum Berlin am 10.11.2011

Bergjan M. (2011): Entwicklung und Evaluation klinischer Lernumgebungen. Praxisanleitertreffen: CharitéUniversitätsmedizin Berlin am 19.01.2011

Bergjan M. (2010): Evaluation klinischer Lernumgebungen. Klausurtagung: Pflegerischer Zentrumsleitungen, CharitéUniversitätsmedizin Berlin am 07.12.2010

Bergjan M. (2010): Clinical Teaching – Entwicklung klinischer Lernumgebungen: Lernwelten Kongress: Salzburg/ Österreich am 09.09.2010