Instruktion als Aufgabe der Physiotherapie

Die Ergebnisse der qualitativen Forschung zum Thema "Edukative Aufgaben von Physiotherapeuten" sollen einen Beitrag zum Verständnis häuslicher physiotherapeutischer Versorgung von Kindern mit lebenslimitierenden Erkrankungen leisten. Diese Erkenntnisse sollen zur Entwicklung eines instruktiven Interventionskonzeptes genutzt werden.

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Instruktion als Aufgabe der Physiotherapie

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten können ihren Versorgungsauftrag immer seltener in den unmittelbaren Kontaktzeiten mit den Patientinnen und Patienten realisieren. Stattdessen müssen sie auf eine Kombination von direkter Behandlung (Hands-on-Physiotherapy) und begleitender Instruktion (Hand-off-Physiotherapy) zurückgreifen, um ihre therapeutischen Ziele erreichen zu können. Es mangelt jedoch an einschlägigen Konzepten, die instruktives Handeln in der Physiotherapie reflektieren, methodisch und interventionslogisch begründen und auf eine solide theoretisch-konzeptionelle Basis stellen. Dieses Qualifikationsprojekt (Promotion) zielt darauf, die wissenschaftlichen Grundlagne zur Entwicklung eines entsprechenden Interventionskonzeptes zu generieren.

Instruktion als Aufgabe der Physiotherapie - Kurzbeschreibung

Instruktion als Aufgabe der Physiotherapie

Der Bedeutungszuwachs chronischer Erkrankungen sowie tiefgreifende gesundheits- und berufspolitische Entwicklungen beeinflussen die Tätigkeit von Physiotherapeut_innen und stellen sie vor neuartige Herausforderungen. Dazu zählt, dass Physiotherapeut_innen ihren Versorgungsauftrag immer seltener in den unmittelbaren Kontaktzeiten mit den Patient_innen realisieren können. Stattdessen müssen sie auf eine Kombination von direkter Behandlung (Hands-on-Physiotherapy) und begleitender Instruktion (Hand-off-Physiotherapy) zurückgreifen, um ihre therapeutischen Ziele erreichen zu können. Es mangelt an Konzepten, die instruktives Handeln von Physiotherapeut_innen reflektieren, methodisch und interventionslogisch begründen und auf eine solide theoretisch-konzeptionelle Basis stellen.

Dieses Forschungsvorhaben zielt darauf, empirische Einblicke in das weitgehend unerforschte Feld der häuslichen physiotherapeutischen Versorgung von Kindern mit lebenslimitierenden Erkrankungen zu ermöglichen. Der Blick richtet sich auf Eltern, denn als primäre Bezugspersonen müssen sie häufig in Kooperation mit professionellen Helfer_innen physiotherapeutische Unterstützungsleistungen wahrnehmen, um im häuslichen Umfeld eine kontinuierliche, auf Symptomlinderung zielende Versorgung zu gewährleisten.
Aus Sicht der Eltern sollen subjektive Sichtweisen und Erfahrungen bei der Übernahme physiotherapeutischer Unterstützungsleistungen erhoben und analysiert werden. In einer qualitativ- empirischen Studie werden semi-strukturierte qualitative Interviews mit Eltern, deren Kinder an einer lebenslimitierenden Erkrankung leiden (N=15), durchgeführt und mittels des Verfahrens der dokumentarischen Methode ausgewertet.

Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zum Verständnis häuslicher physiotherapeutischer Versorgung von Kindern mit lebenslimitierenden Erkrankungen leisten und dabei insbesondere eine Typologie zur informellen physiotherapeutischen Versorgungsübernahme durch Eltern herausstellen. Diese Erkenntnisse sollen zur Entwicklung eines instruktiven Interventionskonzeptes genutzt werden, welches nach Möglichkeit auch auf andere Patientengruppen übertragen, zur bedarfsgerechten Erweiterung und wissenschaftlichen Fundierung des professionellen Handlungsrepertoires der Physiotherapie verwendet werden und als Grundlage für einschlägige Wirkungsanalysen dienen können.

Veröffentlichungen und Kongressbeiträge

Veröffentlichungen

  • Thierfelder I, Ewers M (2015): Kinder mit lebenslimitierenden Erkrankungen und ihre Familien – Forschungsbedarf aus Sicht der Physiotherapie. Monatszeitschrift Kinderheilkunde 163 (7), 711-716.
  • Thierfelder I, Pfeiffer K, (2012): Repräsentation edukativer Aufgaben in deutschsprachigen Lehrbüchern der Physiotherapie. physioscience 8(4), 149-155.
  • Thierfelder I, Ewers M (2011): Instruktion als Aufgabe der Physiotherapie. Ergebnisse und Implikationen einer Literaturübersicht. physioscience 7(4), 154-158.

Kongressbeiträge

  • Thierfelder I, Ewers M: Eltern als Physiotherapeut*innen – zwischen Notwendigkeit und Überforderung. 11. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, 08.-10.09.2016, Leipzig.
  • Thierfelder I: Herausforderungen für die Physiotherapie in der Versorgung schwerstkranker und sterbender Kinder. 9. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, 12.-15.09.2012, Berlin.

Projektlaufzeit

2011 bis heute

Projektförderung

Eigenmittelprojekt

Projektleitung

Projektbearbeitung