Health Professions Education

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Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt Health Professions Education

Die institutseigenen Projekte im Schwerpunkt Health Professions Education intendieren die Weiterentwicklung und -qualifizierung der Gesundheitsprofessionen. Sie konzentrieren sich aktuell auf das Thema Interprofessionalität. Daneben interessieren aber auch Fragen der klinischen Kompetenzentwicklung der Gesundheitsprofessionen sowie der indikatorengestützten Bildungsberichterstattung.

Auswahl abgeschlossener Projekte im Schwerpunkt Health Professions Education

IPE Symposium

Dauer/Laufzeit

März 2019 - Dezember 2019

Leitung/Bearbeitung

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr. Michael Ewers, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Projektbearbeitung

Doreen Herinek MSc., CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Förderung

Drittmittelförderung Robert Bosch Stiftung

Kurzbeschreibung

Die Notwendigkeit, die Gesundheits- und Sozialprofessionen durch interprofessionelles Lernen und Lehren auf eine kooperative Praxis vorzubereiten, ist inzwischen weltweit erkannt. Dabei sind einige Regionen – beispielsweise Nordamerika oder Skandinavien – bei der Entwicklung interprofessioneller Lehr- und Lernangebote und der Implementierung einer kooperativen Praxis in den unterschiedlichen Versorgungssettings schon weiter vorangekommen als andere. Auch in den deutschsprachigen Ländern ist das Thema Interprofessionalität inzwischen weiter nach oben auf die Agenda gerückt. Durch die besondere Berücksichtigung des Themas im Masterplan Medizin 2020 werden weitere Impulse – insbesondere für Deutschland – erwartet. Es gibt Entwicklungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten und auch erste Publikationen zum Thema. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber, dass die deutschsprachigen Länder noch erhebliche Anstrengungen in der Bildungsarbeit und Bildungsforschung sowie in der Praxisentwicklung unternehmen müssen, um Anschluss an die globale interprofessionelle Bewegung finden und eigenständige Beiträge zu den Diskursen zum Thema leisten zu können.

Vor diesem Hintergrund planen die CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (Prof. Dr. Ewers) und die University of Toronto, Faculty of Pharmacy (Prof. Dr. Paradis) gemeinsam ein internationales Symposium, das am 8.-9. Oktober 2019 in Berlin stattfinden soll. Ziel der Veranstaltung ist es, die inzwischen an-gestoßenen Initiativen zum Thema Interprofessionalität zu reflektieren, den aufgenommenen internationalen Diskurs zwischen Wissenschaft, Bildungsarbeit und Versorgungspraxis zu vertiefen, weitere Kolleg*innen aus den DACH-Ländern einzubinden und über die aktuell anstehenden Herausforderungen in der interprofessionellen Bildungsarbeit und der kooperativen Praxisentwicklung nachzudenken.

Mit dem Symposium wird an gemeinsam durchgeführte Projekte wie die Herausgeberschaft eines deutschsprachigen Readers zum Thema „Interprofessionelles Lernen, Lehren und Arbeiten" angeknüpft. Zudem soll es die in den letzten Jahren gewachsene Kooperation zwischen der CharitéUniversitätsmedizin Berlin und der University of Toronto sowie mit anderen nationalen und internationalen Partner*innen stärken und die Netzwerkbildung zum Thema Interprofessionalität vorantreiben.

Interprofessionelles Buchprojekt

Dauer/Laufzeit

September 2017 - Oktober 2018

Leitung/Koordination

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr. Michael Ewers, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Prof. Elise Paradis PhD, University of Toronto

Projektkoordination

Doreen Herinek MSc., CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Förderung

Eigenmittelprojekt

Kurzbeschreibung

Das interprofessionelle Lernen, Lehren und Arbeiten zieht in den letzten Jahren auch in den so genannten DACH-Ländern – Deutschland, Österreich und der Schweiz – vermehrt Aufmerksamkeit auf sich. An vielen Bildungseinrichtungen im sekundären und tertiären Sektor und auch in Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialversorgung wurden und werden Initiativen zur Förderung partnerschaftlicher, ineinandergreifender und auf ein gemeinsames Ziel ausgerichteter Lern-, Lehr und Arbeitsprozesse unterschiedlicher Gesundheits- und Sozialprofessionen initiiert und umgesetzt. Trotz dieser Aktivitäten sind wichtige Aspekte dieses Themas unbearbeitet. Kritische strukturelle und konzeptionelle Entwicklungsaufgaben wurden kaum angegangen und insbesondere hinsichtlich der (bildungs-)wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema besteht im deutschsprachigen Raum – gemessen am internationalen Entwicklungsstand – erheblicher Nachholbedarf.

Ziel dieses Projektes ist es, diesem Desiderat zu begegnen und mit der Planung, Erstellung und Veröffentlichung eines deutschsprachigen Sammelwerks (Reader) den bildungs- und gesundheitswissenschaftlichen Diskurs über das Thema „Interprofessionelles Lernen, Lehren und Arbeiten" anzuregen. Ein internationales Herausgeberteam und Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Ländern wollen gemeinsam, grundsätzliche Positionen klären, Entwicklungslinien nachzeichnen, vorliegende Erkenntnisse resümieren und anhand relevanter Themenstellungen Perspektiven für Innovationen aufzeigen. Zugleich soll eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Facetten des interprofessionellen Lernens, Lehrens und Arbeitens wie auch mit den derzeitigen Aktivitäten zu diesem Thema angeregt werden. Schließlich soll mit der Veröffentlichung dieses Readers vor dem Hintergrund einer sorgfältigen Ausgangsanalyse und der Reflexion internationaler Erfahrungen Orientierung für künftige Initiativen zur Förderung des interprofessionellen Lernens, Lehrens und Arbeitens in den DACH-Ländern geboten werden. Das Buch ist im April 2019 beim BELTZ Juventa-Verlag erschienen.

PinaL - Pflege in anderen Ländern

Laufzeit

Juni - Oktober 2018

Förderung

Stiftung Münch (Drittmittelförderung)

Projektteam oder Leitung/Bearbeitung

Projektleitung:

Prof. Dr. Michael Ewers MPH

Projektbearbeitung:

Dr. Yvonne Lehmann Dipl.-PGw

Christiane Schaepe MPH

Dr. rer. cur. Ines Wulff

PinaL steht für „Pflege in anderen Ländern – Vom Ausland lernen?" In diesem Projekt wird gefragt, welche innovativen Konzepte sowie Orientierungen andere Länder (Großbritannien, die Niederlande, Schweden und Kanada) bieten, um dem drängenden Handlungs- und Modernisierungsbedarf in der Pflegebildung und -berufsausübung in Deutschland begegnen zu können.

Das Thema Pflege gewinnt in Deutschland zunehmend an Brisanz. Die Gründe dafür sind komplex und beeinflussen die Sicherstellung der Versorgung in allen Settings und auf allen Ebenen (Primär, Akut- und Langzeitversorgung, ambulant wie stationär). Unstrittig ist, dass die Rahmenbedingungen der pflegerischen Berufsausübung positiv verändert werden müssen. Aber auch die Qualifizierung und die Kompetenzprofile der Pflege gilt es zu modernisieren. Darüber, wie diesem drängenden Handlungs- und Modernisierungsbedarf möglichst erfolgreich begegnet werden kann, wird hierzulande derzeit intensiv diskutiert.

Vor diesem Hintergrund wird in dieser Studie gefragt, ob womöglich in anderen Ländern – namentlich in Großbritannien, den Niederlanden, Schweden und Kanada (Provinz Ontario) – gesammelte Erkenntnisse und Erfahrungen mit gelungenen Wegen, aber auch fehlgeschlagenen Lösungsansätzen, Orientierung und Anregungen für Deutschland bieten können.

Methodisch werden v.a. systematische Literaturrecherchen/-analysen sowie explorierende und kontrastiv-systematisierende telefonische Experteninterviews durchgeführt. Zur Klärung von Verständnis- und Detailfragen sind ergänzende Befragungen via Telefon und E-Mail vorgesehen. Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis in den Untersuchungsländern und Deutschland. Die Befunde werden deskriptiv-analytisch in Form von Länderporträts aufbereitet, zusammengeführt und reflektiert.

Als Ergebnis wird eine dichte Beschreibung der Ist-Situation in Fragen der Aus- und Weiterbildung (inkl. Entwicklungsoptionen) in der Pflege, der intra- und interprofessionellen Arbeitsteilung und des Einsatzes moderner Technologie in den genannten Ländern erwartet. Exemplarisch werden innovative Konzepte in der Pflege in den verschiedenen Versorgungssettings (Primär-, Akut- und Langzeitversorgung, ambulant / stationär) überblicksartig vorgestellt. Basierend auf diesen Erkenntnissen sollen schließlich Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung pflegeberuflicher Bildungs- und Karrierewege und der Bedingungen in der Ausübung beruflicher Pflege in Deutschland abgeleitet werden.

Publikationen

Lehmann Y, Schaepe C, Wulff I, Ewers M (2019): Pflege in anderen Ländern: Vom Ausland lernen?. Stiftung Münch (Hg.). 1. Auflage. Heidelberg: medhochzwei Verlag.

Nationales Mustercurriculum

Dauer/Laufzeit

August 2016 - September 2018

Leitung/Bearbeitung

Projektleitung

Prof. Dr. Jana Jünger, Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen

Projektpartner

Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Univ.-Prof. Dr. Michael Ewers, Charité - Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Dr. Franziska Bäßler, Universitätsklinikum Heidelberg, Allgemeine Innere Medizin & Psychosomatik

Projektbearbeitung

Heike Wild, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Förderung

Drittmittelförderung durch die Robert Bosch Stiftung

Kurzbeschreibung

Um zukünftig die komplexen Anforderungen in den unterschiedlichen Settings der Gesund-heitsversorgung bewältigen zu können, bedarf es einer professionsübergreifenden Zusammenarbeit und Kommunikation. In diesem Zusammenhang hat die Ausbildung der Gesundheitsprofessionen große Bedeutung, da bereits in dieser Phase Grundlagen für eine effektive interprofessionelle Kooperation gelegt und entsprechende Kompetenzen angebahnt werden. Nachdem, insbesondere im internationalen Vergleich, dieses Thema an bundesdeutschen (Hoch)schulen für Gesundheitsberufe lange Zeit nur wenig Beachtung fand, lassen sich in jüngster Vergangenheit erste Praxisentwicklungsprojekte und Initiativen zur Anpassung von Curricula und Ausbildungsstandards identifizieren. Genau hier liegt der Ausgangspunkt für dieses Gemeinschaftsprojekt. Es verfolgt das Ziel, interprofessionelle Lehr- und Lerninhalte curricular zu verstetigen. Hierfür werden vorhandene Lehrkonzeptionen zusammengeführt und in einem wissenschaftlichen, evaluativ angelegten Prozess in Form eines longitudinalen Mustercurriculums „Interprofessionelle Zusammenarbeit und Kommunikation" aufbereitet. Darüber hinaus sollen hierauf abgestimmte Prüfungsformate entwickelt werden. Um die Implementierung in den jeweiligen Ausbildungssettings zu fördern, werden zudem strukturelle Rahmenbedingungen in den Blick genommen und exemplarische Konzepte zur Qualifizierung von Lehrenden sowie zur Implementierung interprofessionellen Lehrens und Lernens erstellt. 

Publikationen

Lehmann Y, Ewers M (2019): Patientensicherheit als Thema der Pflegeausbildung. Ein multi-professionelles Mustercurriculum der WHO bietet Anregungen. PADUA Fachzeitschrift für Pflegepädagogik, Patientenedukation und -bildung 14(5), 313-317.

Lehmann Y, Ewers M: Patientensicherheit lehren und lernen – aber wie? Ein multiprofessionelles Mustercurriculum der WHO liefert Anregungen. Workshop. 19. Lernwelten – Internationaler wissenschaftlicher Kongress für Pflege- und Gesundheitspädagogik, Klagenfurt, 13.09.2019, Klagenfurt (Workshop).

Lehmann Y: Patientensicherheit lehren und lernen – aber wie? Ein multiprofessionelles Muster-curriculum der WHO liefert Anregungen. GMA-Austria Herbstsymposium „Patientensicher-heit in medizinischen Ausbildungen", 15.11.2019, Klagenfurt (Vortrag).