Health Professions Education

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Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt Health Professions Education

Die institutseigenen Projekte im Schwerpunkt Health Professions Education intendieren die Weiterentwicklung und -qualifizierung der Gesundheitsprofessionen. Sie konzentrieren sich aktuell auf das Thema Interprofessionalität. Daneben interessieren aber auch Fragen der klinischen Kompetenzentwicklung der Gesundheitsprofessionen sowie der indikatorengestützten Bildungsberichterstattung.

Auswahl abgeschlossener Projekte im Schwerpunkt Health Professions Education

INTERPOSE I

Entwicklung eines interprofessionellen OSCE – Erfahrungen & Erleben von Studierenden des Master HPE

Dauer/Laufzeit

März 2019 - Dezember 2019

Leitung/Bearbeitung

Projektleitung

Dr. Jana Rückmann, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Projektbearbeitung

Dipl. Berufspäd. Marie Luise Junghahn, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Förderung

Eigenmittelprojekt

Kurzbeschreibung

Unter dem Fokus, interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen weiter zu stärken, sind Angehörige der Gesundheits(fach)berufe auch dazu zu befähigen, Lehr-, Lern- und Arbeitssituationen multiperspektivisch gemeinsam zu bewältigen. Gleichwohl wird kritisiert, dass es Bildungsangeboten in der hochschulischen wie fachschulischen Aus- und Weiterbildung in den Gesundheits(fach)berufen an Lehr-Lern-Situationen mangelt, die die beteiligten Akteure auf interprofessionelles Handeln vorbereiten.

Als kompetenzorientiertes Assessmentverfahren nimmt das Prüfungsformat „Objektive Structured Clinical Examination" (OSCE) im Rahmen verschiedener Bildungsangebote im Gesundheitswesen einen festen Platz ein. Inwiefern es auch ein geeignetes Format sein kann, berufliche Handlungskompetenz bei Studierenden zu fördern, ist aber noch wenig empirisch untersucht.

Im Rahmen des Masterstudiengangs „Health Professions Education" an der Charité - Universitätsmedizin Berlin entwickelte eine interprofessionell zusammengesetzte Studierendengruppe (der Fachrichtungen Gesundheits- und Krankenpflege, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Hebammenwesen) verschiedene OSCE-Stationen. Die angehenden Lehrkräfte führten diese in jeweils wechselnden Rollen durch und reflektierten ihre Erfahrungen im Rahmen eines E-Portfolios.

Es wird gefragt: Wie beurteilen die Studierenden die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Planung, Durchführung und Auswertung des OSCEs? Inwiefern kann von interprofessionellen Lehr-Lern-Situationen gesprochen werden? Inwiefern kann (interprofessionelle) berufliche Kompetenzentwicklung bei den beteiligten Studierenden gefördert werden? Ziel des Projekts ist es, subjektive Sichtweisen Studierender zum OSCE-Format in der universitären Lehre zu untersuchen. Methodisch wird diesen Fragen mittels eines explorativen Mixed-Methods-Ansatzes (fokussierte Interviewstudie, Dokumentenanalysen ausgewählter E-Portfolios) nachgegangen.

Im Ergebnis wird erwartet, Aussagen zu interprofessionellen Lernerfahrungen und Rollenerfahrungen Studierender treffen und Hypothesen zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz zu formulieren.

 

INTERPOSE II

Interprofessionelles Peer Learning im Rahmen der Entwicklung einer OSCE-Station im Master HPE

Dauer/Laufzeit

März 2019 - Dezember 2019

Leitung/Bearbeitung

Projektleitung

Dr. Jana Rückmann, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Projektbearbeitung

Doreen Herinek MSc., CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Förderung

Eigenmittelprojekt

Kurzbeschreibung

Das didaktische Format Peer Assisted Learning (PAL) wird international seit geraumer Zeit erfolgreich unter anderem im Rahmen der Qualifizierung von Gesundheits-(fach-)berufen genutzt. Ob es sich auch für interprofessionelles Lernen und Lehren eignet und inwiefern damit auch Kompetenzen zur interprofessionellen Zusammenarbeit entwickelt und gefördert werden können, ist aber noch wenig diskutiert und erforscht.

Im Rahmen des Masterstudiengangs „Health Professions Education“ der Charité - Universitätsmedizin Berlin entwickelte eine interprofessionell zusammengesetzte Studierendengruppe (der Fachrichtungen Gesundheits- und Krankenpflege, Ergotherapie, Physiotherapie, Logo­pädie, Hebammenwesen) verschiedene OSCE-Stationen. Die angehenden Lehrkräfte führten diese in jeweils wechselnden Rollen durch und reflektierten ihre Erfahrungen im Rahmen eines E-Portfolios.

Dieser interprofessionelle peer gestützte Lern- und Arbeitsprozess soll im Rahmen einer qualitativen Befragung evaluiert und ausgewertet werden. Dabei wird gefragt, wie Studierende den gemeinsamen, interprofessionellen Arbeits- und Lernprozess während der Entwicklung und Durchführung verschiedener OSCE-Stationen erleben und beschreiben.

Ziel der explorativen Studie ist es, das subjektive Erleben der Peererfahrungen in dem zuvor beschriebenen Lern- und Arbeitsprozess zu untersuchen. Es soll eruiert werden, ob PAL sich für die interprofessionelle Entwicklung und Durchführung einer OSCE-Station eignet und welche Chancen, aber auch Herausforderungen damit verbunden sind. Aus den Aussagen sollen Implikationen für die zukünftige Gestaltung interprofessioneller PAL-Aktivitäten abgeleitet werden.

Zur Beantwortung der Fragestellung wird eine explorative fokussierte Interviewstudie mit den Lernenden durchgeführt. In deren Rahmen werden acht leitfadengestützte Interviews geführt und inhaltsanalytisch mittels der Zirkulären Dekonstruktion ausgewertet werden. Diese Methode ermöglicht einen kreativen und gleichwohl produktiven Zugang zum Material.

Im Ergebnis werden qualifizierte Aussagen zu Erfahrungen und zum Erleben von Studierenden in interprofessionellen Lern- und Arbeitssituationen erwartet, die für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema genutzt werden können.

IPE Symposium

Dauer/Laufzeit

März 2019 - Dezember 2019

Leitung/Bearbeitung

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr. Michael Ewers, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Projektbearbeitung

Doreen Herinek MSc., CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Förderung

Drittmittelförderung Robert Bosch Stiftung

Kurzbeschreibung

Die Notwendigkeit, die Gesundheits- und Sozialprofessionen durch interprofessionelles Lernen und Lehren auf eine kooperative Praxis vorzubereiten, ist inzwischen weltweit erkannt. Dabei sind einige Regionen – beispielsweise Nordamerika oder Skandinavien – bei der Entwicklung interprofessioneller Lehr- und Lernangebote und der Implementierung einer kooperativen Praxis in den unterschiedlichen Versorgungssettings schon weiter vorangekommen als andere. Auch in den deutschsprachigen Ländern ist das Thema Interprofessionalität inzwischen weiter nach oben auf die Agenda gerückt. Durch die besondere Berücksichtigung des Themas im Masterplan Medizin 2020 werden weitere Impulse – insbesondere für Deutschland – erwartet. Es gibt Entwicklungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten und auch erste Publikationen zum Thema. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber, dass die deutschsprachigen Länder noch erhebliche Anstrengungen in der Bildungsarbeit und Bildungsforschung sowie in der Praxisentwicklung unternehmen müssen, um Anschluss an die globale interprofessionelle Bewegung finden und eigenständige Beiträge zu den Diskursen zum Thema leisten zu können.

Vor diesem Hintergrund planen die CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (Prof. Dr. Ewers) und die University of Toronto, Faculty of Pharmacy (Prof. Dr. Paradis) gemeinsam ein internationales Symposium, das am 8.-9. Oktober 2019 in Berlin stattfinden soll. Ziel der Veranstaltung ist es, die inzwischen an-gestoßenen Initiativen zum Thema Interprofessionalität zu reflektieren, den aufgenommenen internationalen Diskurs zwischen Wissenschaft, Bildungsarbeit und Versorgungspraxis zu vertiefen, weitere Kolleg*innen aus den DACH-Ländern einzubinden und über die aktuell anstehenden Herausforderungen in der interprofessionellen Bildungsarbeit und der kooperativen Praxisentwicklung nachzudenken.

Mit dem Symposium wird an gemeinsam durchgeführte Projekte wie die Herausgeberschaft eines deutschsprachigen Readers zum Thema „Interprofessionelles Lernen, Lehren und Arbeiten" angeknüpft. Zudem soll es die in den letzten Jahren gewachsene Kooperation zwischen der CharitéUniversitätsmedizin Berlin und der University of Toronto sowie mit anderen nationalen und internationalen Partner*innen stärken und die Netzwerkbildung zum Thema Interprofessionalität vorantreiben.

Interprofessionelles Buchprojekt

Dauer/Laufzeit

September 2017 - Oktober 2018

Leitung/Koordination

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr. Michael Ewers, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Prof. Elise Paradis PhD, University of Toronto

Projektkoordination

Doreen Herinek MSc., CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Förderung

Eigenmittelprojekt

Kurzbeschreibung

Das interprofessionelle Lernen, Lehren und Arbeiten zieht in den letzten Jahren auch in den so genannten DACH-Ländern – Deutschland, Österreich und der Schweiz – vermehrt Aufmerksamkeit auf sich. An vielen Bildungseinrichtungen im sekundären und tertiären Sektor und auch in Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialversorgung wurden und werden Initiativen zur Förderung partnerschaftlicher, ineinandergreifender und auf ein gemeinsames Ziel ausgerichteter Lern-, Lehr und Arbeitsprozesse unterschiedlicher Gesundheits- und Sozialprofessionen initiiert und umgesetzt. Trotz dieser Aktivitäten sind wichtige Aspekte dieses Themas unbearbeitet. Kritische strukturelle und konzeptionelle Entwicklungsaufgaben wurden kaum angegangen und insbesondere hinsichtlich der (bildungs-)wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema besteht im deutschsprachigen Raum – gemessen am internationalen Entwicklungsstand – erheblicher Nachholbedarf.

Ziel dieses Projektes ist es, diesem Desiderat zu begegnen und mit der Planung, Erstellung und Veröffentlichung eines deutschsprachigen Sammelwerks (Reader) den bildungs- und gesundheitswissenschaftlichen Diskurs über das Thema „Interprofessionelles Lernen, Lehren und Arbeiten" anzuregen. Ein internationales Herausgeberteam und Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Ländern wollen gemeinsam, grundsätzliche Positionen klären, Entwicklungslinien nachzeichnen, vorliegende Erkenntnisse resümieren und anhand relevanter Themenstellungen Perspektiven für Innovationen aufzeigen. Zugleich soll eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Facetten des interprofessionellen Lernens, Lehrens und Arbeitens wie auch mit den derzeitigen Aktivitäten zu diesem Thema angeregt werden. Schließlich soll mit der Veröffentlichung dieses Readers vor dem Hintergrund einer sorgfältigen Ausgangsanalyse und der Reflexion internationaler Erfahrungen Orientierung für künftige Initiativen zur Förderung des interprofessionellen Lernens, Lehrens und Arbeitens in den DACH-Ländern geboten werden. Das Buch ist im April 2019 beim BELTZ Juventa-Verlag erschienen.

Nationales Mustercurriculum

Dauer/Laufzeit

August 2016 - September 2018

Leitung/Bearbeitung

Projektleitung

Prof. Dr. Jana Jünger, Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen

Projektpartner

Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Univ.-Prof. Dr. Michael Ewers, Charité - Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Dr. Franziska Bäßler, Universitätsklinikum Heidelberg, Allgemeine Innere Medizin & Psychosomatik

Projektbearbeitung

Heike Wild, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW)

Förderung

Drittmittelförderung durch die Robert Bosch Stiftung

Kurzbeschreibung

Um zukünftig die komplexen Anforderungen in den unterschiedlichen Settings der Gesund-heitsversorgung bewältigen zu können, bedarf es einer professionsübergreifenden Zusammenarbeit und Kommunikation. In diesem Zusammenhang hat die Ausbildung der Gesundheitsprofessionen große Bedeutung, da bereits in dieser Phase Grundlagen für eine effektive interprofessionelle Kooperation gelegt und entsprechende Kompetenzen angebahnt werden. Nachdem, insbesondere im internationalen Vergleich, dieses Thema an bundesdeutschen (Hoch)schulen für Gesundheitsberufe lange Zeit nur wenig Beachtung fand, lassen sich in jüngster Vergangenheit erste Praxisentwicklungsprojekte und Initiativen zur Anpassung von Curricula und Ausbildungsstandards identifizieren. Genau hier liegt der Ausgangspunkt für dieses Gemeinschaftsprojekt. Es verfolgt das Ziel, interprofessionelle Lehr- und Lerninhalte curricular zu verstetigen. Hierfür werden vorhandene Lehrkonzeptionen zusammengeführt und in einem wissenschaftlichen, evaluativ angelegten Prozess in Form eines longitudinalen Mustercurriculums „Interprofessionelle Zusammenarbeit und Kommunikation" aufbereitet. Darüber hinaus sollen hierauf abgestimmte Prüfungsformate entwickelt werden. Um die Implementierung in den jeweiligen Ausbildungssettings zu fördern, werden zudem strukturelle Rahmenbedingungen in den Blick genommen und exemplarische Konzepte zur Qualifizierung von Lehrenden sowie zur Implementierung interprofessionellen Lehrens und Lernens erstellt.